Erdinger Pflegeschule feiert Fest der Kulturen
Erding I 03.11.2025

„Im zweiten Ausbildungsjahr der Berufsfachschule (BFS) für Pflege sind zehn Nationen versammelt“, erzählt Erika Birner-Hintermaier. „Kultursensible Pflege ist unseren Pflegeauszubildenden praktisch in die DNA geschrieben“, sagt die Lehramtsassessorin lächelnd. Das Fest der Kulturen gehört für sie zum Abschluss der curricularen Einheit „Unterstützung bei der selbstbestimmten Lebensführung und Selbstpflege“. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Adnan Crnkic erteilte sie den Auszubildenden den Auftrag, die eigene Nation möglichst lebendig zu präsentieren.
Ein Auftrag, den die Auszubildenden sehr ernst nahmen. Um einen Tisch mit landestypischen Gegenständen zu gestalten, hatten sie einen nicht unerheblichen Teil ihres Hausstands mit in die Pflegeschule gebracht. Klassensprecherin Claudia Andrasik führte durch das Fest, bei dem vier Auszubildende aus Marokko, Afghanistan und Ägypten mit einer Tanzaufführung in traditioneller Kleidung den Auftakt machten. Dabei lernte der Kurs, wie man traditionell Tee einschenkt und Gäste mit Rauchwerk auf Kohle willkommen heißt. Durch die bayerische Gruppe erfuhr die Gruppen Wissenswertes über unsere Landeshauptstadt München mit seinem weltberühmten Oktoberfest. Untermalt von bayerischer Musik gab es Obazten, Apfelstrudel und Zwetschgendatschi sowie ein Worträtsel mit bayerischen Begriffen wie „Oachkatzl“. „Dank der Sachsen wissen wir jetzt, dass es das Griebenschmalz nicht nur in Bayern gibt“, lachte der Kurs und entdeckte die kulturellen Schätze von Sachsen, Leipzig und Dresden. Bosnien und Herzegowina repräsentierte ihre Regionen anhand von zwei Kurzvideos. Die Auszubildenden dieser Gruppe stellten stolz ihre jeweilige Heimatstadt mit Geschichte, typischer Kleidung, Tänzen und Kultur vor. Bekannt für ihre Gastfreundschaft deckten sie ihren Tisch üppig mit Pita, Baklava, Cupavci, bosnischer Salami und Käse.
Die beiden Inderinnen, gekleidet in landestypische Saris, berichteten über ihr Lichterfest und ayurvedische Medizin. Das Essen, serviert auf Bananenblättern, war überhaupt nicht scharf - zumindest für die beiden indischen Auszubildenden. Die brasilianische Kurskollegin stellte ihre Heimatstadt Rio de Janeiro vor, in der sich viel um Fußball dreht. Der mitgebrachte Ball kam natürlich im Klassenzimmer zum Einsatz! Die polnische Auszubildende hatte sich rot-weiße Bänder, die Farben der polnischen Flagge, ins Haar geflochten und köstliche vegetarische Teigtaschen mitgebracht. Angesichts des rumänischen Tischs staunten alle, wie viel Dekoration und Essen auf zwei Schultische passt. Die süßen gefüllten Pfannkuchen, Reissalat und selbstgemachter Fichtensirup gehören zu den Spezialitäten Rumäniens. Die Auszubildende aus Estland übertraf mit ihrer ansprechenden Präsentation, unterlegt mit Musik, alle Erwartungen und machte Lust auf eine Reise nach Estland. In den American Way of Life ließ uns Klassensprecherin Andrassik blicken. Die 42-jährige Amerikanerin zeigte ein privates Video mit einem Ausschnitt der Abschlussfeier ihrer Töchter – ganz klassisch mit Nationalhymne und Hutwerfen am Ende.
„Das Kulturfest war ein beeindruckendes Zeichen für Offenheit, Respekt und Gemeinschaft“, zog Christina Pretsch Resümee. Die 21-jährige Auszubildende ist überzeugt, dass Vielfalt eine Bereicherung für alle ist. Houssame El Brirchi ist stolz darauf, ein Teil der vielfältigen Klasse G24 zu sein. „Das Kulturfest war eine wunderbare Gelegenheit, verschiedene Traditionen und Menschen zusammenzubringen“, so der 21-jährige Marokkaner. Birner-Hintermaier ist sehr angetan: „Die Auszubildenden haben das Fest wirklich wunderbar vorbereitet und sehr viel Freizeit investiert. Sie haben uns teilhaben lassen an ihrer Kultur, an ihren Wurzeln.“ Die erfahrene Lehrerin weiß, dass solche Feste unglaublich wichtig für die Klassengemeinschaft sind. „Sie fördern das gegenseitige Verständnis. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Kulturen ist zudem für alle, auch für mich persönlich, eine Bereicherung.“ Schulleiter Michael Nauen und das gesamte Team der BFS für Pflege Erding teilen diese Meinung: „Uns allen ist dieses Fest sehr wichtig, da wir die kulturelle Vielfalt in unseren Klassen sehr schätzen. Sie fördert die interkulturelle Kompetenz unseres Pflegenachwuchses. Eine Kompetenz, die in unserem zunehmend multikulturellen Lebens- und Berufsalltag immer wichtiger wird.“

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