Die Reise beginnt

Erding I 03.09.2026

„Stellen Sie sich alle gemeinsam auf die silberne Seite der Rettungsdecke. Dann drehen Sie die Decke einmal um, so dass die goldene Seite oben liegt. Dabei darf kein Teammitglied den Boden außerhalb der Decke berühren.“ Mit diesem Arbeitsauftrag startete Kursleiterin Kerstin Sievers die Reise der angehenden Pflegefachkräfte in die dreijährige generalistische Ausbildung.

„Solche Teamspiele sind nicht nur gut geeignet, sich gegenseitig kennenzulernen. Sie fördern die Kommunikation und das Wir-Gefühl“, erklärt die Lehrerin für Pflege. 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis werden die 27 Auszubildenden gemeinsam absolvieren. Für den einen oder die andere eine Herausforderung, zumal die Muttersprache nicht bei allen Deutsch ist - auch die Altersspanne zwischen 19 und 55 Jahren ist groß. Brikena Brami gehört zu den Älteren. „Ich habe schon sechs Jahre als Pflegehelferin gearbeitet“. Jetzt freut sich die 34-jährige Albanierin darauf, ihr theoretisches Wissen zu vertiefen.“ Nach den ersten Tagen ist sie ebenso positiv gestimmt wie ihr deutsch-italienischer Kurskollege Sofian-Noel Aquila (20), der die gute Lernatmosphäre in der Klasse hervorhebt.

„An den ersten Tagen haben wir den Azubis ermöglicht, die Räumlichkeiten, die Schulgemeinschaft und den Ausbildungsablauf kennenzulernen“, berichtet Sievers. Die erfahrene Kursleitung wird sie auf ihrer Reise in den Pflegeberuf begleiten und schrittweise an die Herausforderungen heranführen. Ihr ist bewusst, welche Hürden vor den Auszubildenden liegen. Dies gilt besonders für diejenigen mit Migrationshintergrund. „Im aktuellen Kurs sind insgesamt 13 Nationen versammelt. Von Äthiopien über Marokko, Syrien, Brasilien, Madagaskar, Indien, bis hin zu Indonesien und Deutschland - die sprachlichen und kulturellen Unterschiede sind groß“, erzählt Sievers. Die meisten Jüngeren kommen direkt aus der Schule. Die Älteren haben naturgemäß bereits berufliche Vorerfahrungen, einige davon waren bereits in der Pflege tätig. Für sie sind die Praxiseinsätze in Kliniken, Seniorenheimen und ambulanten Diensten kein komplettes Neuland.

„Bevor es Anfang Oktober in die Praxis geht, trainieren wir intensiv Grundpflegetechniken und vermitteln theoretisches Grundlagenwissen“, versichert Sievers und freut sich auf die bevorstehenden drei Jahre mit den angehenden Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern. Gemeinsam mit dem gesamten Team der Berufsfachschule für Pflege Erding der Schwesternschaft München vom BRK e.V. wünscht sie eine gute und erfolgreiche Ausbildung.

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