Wir für den Menschen

Von Peru nach Erding für eine Pflegeausbildung

Erding I 01.09.2020

Für 28 Personen zwischen 16 und 51 Jahren hat am 1. September ein wichtiger Lebensabschnitt begonnen. 20 Frauen und acht Männer sind an der Berufsfachschule für Pflege Erding in das neue Ausbildungsjahr gestartet. Drei Jahre lang werden sie theoretisch und praktisch die zahlreichen Facetten für den Beruf als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann nach der Pflegeberufe-Reform von 2020, der sogenannten Generalistik, kennenlernen.

Schulleiter Michael Nauen, der die neuen Schüler am Mittwoch begrüßte, freut sich über das rege Interesse an der Arbeit im Gesundheitswesen. „Dies ist jetzt unser zweiter Jahrgang nach der Pflegeberufe-Reform von 2020. Durch die Ausbildung als Generalisten haben die Schüler später die Möglichkeit, sowohl in der Altenpflege, in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu arbeiten." Erste Pflegeerfahrungen seien bei vielen der Einsteiger schon vorhanden, berichtet Nauen.

Tamara Schuhmann etwa war nach ihrem Abitur erst ein Jahr in einer Pflegeeinrichtung tätig, bevor sie in die Ausbildung startete. Sie findet: „Aufgrund dessen konnte ich bereits einige Erfahrungen in der Pflegebranche sammeln, die für mich während der Ausbildung sicherlich von Vorteil sein werden. Pflegefachfrau ist bereits seit vielen Jahren mein Berufswunsch. Ich kann mich gut in die verschiedenen Lebenslagen von pflegebedürftigen Menschen einfühlen. Durch eine professionelle Pflegeausbildung möchte ich mehr Verantwortung übernehmen können."

Aktuell absolvieren 80 Schüler ihre Ausbildung in der Berufsfachschule für Pflege der Schwesternschaft München vom BRK e.V. in Erding – viele von ihnen stammen aus anderen Ländern, sie alle haben in Oberbayern einen Neuanfang gewagt. Der neue Kurs etwa setzt sich aus Vertretern aus gleich zwölf Nationen zusammen – unter anderem aus der Türkei, Marokko, Madagaskar und Peru. „Mehrere unserer Schüler und Schülerinnen, die jetzt gestartet sind, müssen sich neben der sehr anspruchsvollen Ausbildung parallel mit einer fremden Sprache und Kultur befassen", erklärt Nauen. „Das ist natürlich eine immense Herausforderung – und ein bemerkenswertes Engagement."

In den kommenden Wochen werden sich die Schüler im Präsenzunterricht vor allem mit ihrer Rolle als Auszubildende an sich auseinandersetzen. Dabei soll sich der Fokus nicht nur auf fachliche, sondern auch auf ethische Zielsetzungen richten. Im fachpraktischen Unterricht steht für den Anfang die Vermittlung pflegerischer Maßnahmen wie Körperpflege, Mobilisation oder die Kontrolle von Blutdruck und Puls auf dem Lehrplan. Das Tragen einer Gesichtsmaske ist dabei – unabhängig von der jeweiligen Inzidenz – Pflicht, drei Mal pro Woche müssen Selbsttests erfolgen. „Wir hoffen, dass der fachpraktische Unterricht und die Praxisbegleitungen in diesem Schuljahr wieder kontinuierlich stattfinden können", sagt Nauen. Ihre praktischen Einsätze werden die Auszubildenden in diversen stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in den Landkreisen Erding, Ebersberg, Freising, München und Mühldorf absolvieren.