Wir für den Menschen

Landrat und Generaloberin gratulieren zum Altenpflegeabschluss

Erding I 29.07.2021

Drei Jahre Altenpflegeausbildung sowie eine dreiteilige Abschlussprüfung liegen hinter den Absolventen der Berufsfachschule für Pflege Erding. Franz-Josef Hofstetter, 2. Landrat des Landkreises Erding, und Generaloberin Edith Dürr, Vorstandsvorsitzende der Schwesternschaft München vom BRK e.V., überreichten den frisch gebackenen Altenpflegerinnen und -pflegern persönlich die Urkunden. Unter den erfolgreichen 22 Prüflingen sind dieses Mal sogar vier Staatspreisträger. Der damit verbundene Geldpreis bleibt jedoch nicht in Erding, sondern geht an ein Hilfsprojekt in Indien.

„Mit der von Ihnen erworbenen Fachkompetenz sind Sie eine große Stütze und leisten einen wichtigen Beitrag für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Erding", so Landrat Hofstetter und betont, welchen Stellenwert die Pflegeprofession gerade in der Pandemie für die Gesellschaft hat. Generaloberin Dürr kann sich dem nur anschließen und freut sich zusammen mit dem Schulteam unter Leitung von Michael Nauen, dass gleich vier Staatspreisträger unter den Absolventen sind. Martin Krampfl, Silvia Löcker, Dalija Mustafagic und Lea Venus erhalten diese Auszeichnung von der Regierung von Oberbayern für hervorragende Leistungen in der Ausbildung und bei den Prüfungen.

Staatspreisprämie geht als Spende nach Indien
Der damit verknüpfte Geldpreis fließt mit ausdrücklichem Einverständnis aller Preisträger komplett in das Herzensprojekt von Krampfl, der die Arbeit einer Slumschule in Kurnoul im Bundesstaat Andra Pradesh im Osten Indiens unterstützt. „Dort lernen ca. 650 Kinder religions- und kastenunabhängig miteinander, bekommen eine warme Mahlzeit und saubere Kleider und sind somit vor dem Zugriff der Organmafia und vor Prostitution geschützt", erklärt er sein Engagement. Zwei der Preisträger sind nicht nur herausragende Auszubildende, Krampfl mit 58 und Venus mit 20 Jahren bilden zugleich die Alters-Eckpunkte der Klasse. „Für einen sinnerfüllten Beruf ist es nie zu spät", so der 58-Jährige, der mit der Altenpflegeausbildung seinem Leben noch einmal eine komplett andere Richtung gibt.

Soziale Komponente der Altenpflege während des Besuchsverbots unverzichtbar
Kursleitung Saskia Weber ließ die vergangenen drei Jahre mit einem humorvollen Rückblick in Zahlen Revue passieren, während sich die Klassensprecher Anna Heckorkmaz und David Ozorowski beim Lehrerteam für die gute Ausbildung bedankten. Sie betonten die soziale Komponente der Altenpflege, besonders in Zeiten der Pandemie, als Besuchsverbote in den Pflegeeinrichtungen eine Begleitung der Bewohner durch Angehörige unmöglich machten. Auch Schulleiter Nauen ging ausdrücklich auf die prägenden Einschnitte durch Corona ein. In den Einrichtungen und auch persönlich waren die Auszubildenden teilweise sehr stark vom Virus und seinen Folgen betroffen. „Der theoretische Unterricht konnte über mehrere Wochen nur im Distanzunterricht stattfinden – was natürlich für die zuvor eifrig arbeitenden Lerngruppen eine echte Herausforderung darstellte. Obwohl die für den Pflegeberuf so wichtigen praktischen Übungen nur eingeschränkt stattfinden konnten, haben alle die Prüfungen hervorragend gemeistert", lobte Nauen. Er dankte seinem Team, das mittels einer Online-Plattform den Unterrichtsstoff vollständig vermitteln konnte und ganz besonders in der Examensvorbereitung stets als Ansprechpartner für die Klasse präsent war.

Menschlichkeit und nicht die Ökonomie in den Mittelpunkt stellen
Nauen freut sich, dass die Absolventen in Einrichtungen der Altenhilfe im Landkreis Erding, den Nachbarlandkreisen und der Stadt München professionell und bestens ausgebildet für alte und pflegebedürftige Menschen da sein werden und wünscht ihnen von Herzen viel Freude an dem anspruchsvollen Beruf. „Unsere Gesellschaft muss wieder lernen, die Menschlichkeit und nicht die Ökonomie in den Mittelpunkt zu stellen", betont der Schulleiter. „Wobei Applaus als Bezahlung nicht ausreicht", ergänzt seine Stellvertreterin Kerstin Aicher. „Einsatz für das Gemeinwohl muss auch finanziell honoriert werden. Denn nur mit entsprechender Bezahlung und attraktiven Rahmenbedingungen bekommen wir genügend Bewerber für unsere Pflegeschule – und die Gesellschaft die unverzichtbaren Fachkräfte in der Akut-, Kurz- und Langzeitpflege."

Im kommenden Jahr wird das Team der Berufsfachschule für Pflege den letzten Altenpflegekurs verabschieden. Im Januar 2020 hat die sogenannte Generalistik die bisherigen Ausbildungsrichtungen Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflegeausbildung abgelöst. Die neue generalistische Ausbildung befähigt zum Einsatz in allen Bereichen des Gesundheitswesens und ist EU-weit gültig. Die Absolventen nennen sich zukünftig Pflegefachfrauen und –fachmänner. In der Pflegeschule der Schwesternschaft München vom BRK e.V. startet der neue Ausbildungsjahrgang am 1. September.

Das gesamte Schulteam unter Leitung von Michael Nauen (4. von rechts, hinten) und Generaloberin Edith Dürr (ganz rechts) gratulierten zum bestandenen Altenpflegeexamen