Fachpraktischer Unterricht „Injektionen“

Erding I 06.04.2022

Beim Einsatz im ambulanten Pflegedienst findet der Auszubildende den Patienten Roth in schlechter Verfassung in seiner Wohnung vor. Herr Roth wurde vor kurzem operiert, isst zu wenig und wirkt apathisch. Der behandelnde Arzt hat bereits Thrombosespritzen sowie Vitamin-B12-Injektionen verordnet.

So könnte eine reale Situation sein - in der BFS für Pflege Erding ist es jedoch ein Fallbeispiel, anhand dessen die Auszubildenden professionelle Pflegehandlungen trainieren. Im Skills Lab und mit verteilten Rollen sollte gemeinsam die fachgerechte Behandlungspflege geplant, erklärt und durchgeführt werden. In der Rolle der Pflegefachkraft erklärte Pierre Weßling seinem Auszubildenden sowie dem Patienten (ebenfalls Kurskolleg:innen), dass die Injektionen eine Thrombose verhindern sowie einer Mangelernährung vorbeugen sollen. Dabei muss das Clexane einmal täglich unter die Haut, also subkutan, gespritzt werden; das Vitamin B12 hingegen einmal monatlich in den Muskel. Um dem „Patienten" die Injektionen zu ersparen, sie aber dennoch möglichst realistisch üben zu können, hatte Pflegelehrerin Kerstin Sievers kurzerhand ein Stück Fleisch gekauft. „Das Gefühl bei der Injektion in den Schweinebauch bereitet super auf die wirkliche Praxis vor", zeigte sich Auszubildende Aida Stemmer begeistert.

Im Skills Lab fiel dem Rest der Klasse zunächst die Beobachter-Aufgabe zu. Nach der ersten Runde hatte Weßling Gelegenheit, sein Handeln zu reflektieren und das Feedback der Klasse entgegen zu nehmen. Mit vertauschten Rollen ging es dann in die nächste Übungsrunde, um Sicherheit für die Praxiseinsätze zu gewinnen. Der 24-Jährige findet praktische Unterrichte generell gut, denn „man bekommt veranschaulicht, was in der Praxis erwartet wird." Seine Kurskollegin Tamara Schuhmann pflichtet ihm bei und ergänzt: „Praktische Unterrichte sind tolle Abwechslungen zum theoretischen Lernen." Für Sievers ist das spezielle Training im Skills Lab eine Lehr- und Lernmethode, um gezielt praxisrelevante Fertigkeiten zu vertiefen. „Im Lab, das wie ein Patientenzimmer gestaltet ist, können die zukünftigen Pflegefachfrauen und –fachmänner entweder an einer Simulationspuppe oder an sich gegenseitig bereits erlerntes Theoriewissen praktisch anwenden – und das im geschützten Raum", erklärt sie. „Und Spaß macht es obendrein!"